Besucherrekord in Kronaus Straßen

Gegenbesuch bei Fastnachts-Freunden geht klar

Der Chronist kann sich nicht erinnern, seit Bestehen der Kronauer Faschingsumzüge jemals so viele Zuschauer gesehen zu haben. Das Prinzenpaar Prinzessin „Elena vom Elektrisch Licht“ und Prinz „Christian vom klingendem Blech“ blickten huldvoll zufrieden vom Prunkwagen aufs tobende Narrenvolk. „Das schönste am Karneval ist, dass er nur einmal im Jahr stattfindet“, sagte Maisada Manet, aber noch mehr Fastnacht könnten viele Protagonisten gar nicht aushalten, zumal sich alle organisierten Fastnachter in der Region freundschaftlich unterstützen. So kamen die Fudiggl Guggenmusik Waghäusel, Longäbriggä Schlabbegugge, Stobblhobbl Forst, Kerrlocher Schnapp-Säck, die Basselschorra Büchenau, der Mexikaner Spielmannszug Reilingen, die Weihermer Schneckenschleimer, sowie die Bärämaddl Kronau und Phoenix aus Kronau immer wieder in die jeweiligen Hardt-Gemeinden. Der Musikverein Kronau sorgte für den uhrgenehmen musikalischen Part.Auch die Karnevalskomitee KC Frösche St. Ilsen, den Elferrat Ubstadt, die Zeidämä Fasnachter, das Komitee aus Karlsdorf, der Spraddl-Shuttle aus Kirrlach, und die Karnevalisten des HCC Hambrücken nutzten Kronau zum Schaulauf. Eine Verpflichtung zum jeweiligen Gegenbesuch ist selbstredend.

Feierlaune auch bei den Elferräten der KroKaGe

Doch was wäre ein Umzug ohne die Inspiration der privaten oder Vereinsgruppen, wie die Quasselweiwa der Riewerdieb und Radägickl, die Fastnachter des TSG Kronau, der TC Kiesbruch, die Zottlviecha, die Krunamä Umzugsweiwa und den Schäferhundeverein Kronau, der bereits zum 40. Mal teilnahm. Auch der „Delphi“-Stammtischs die Gruppe Flotte Lotte und die Solistin „SChduadess Hildegard“ alias Helga Kowohl, mischt mit ihren lustigen Ideen schon seit Jahren den Zug auf. Besucher aus der Nachbarschaft, aber auch solche von weit her, nutzen das tolle Treiben in Kronau Straßen und Gassen um an Tankstellen und dem magischen Zirkel rund um den Festplatz ausgelassen zu feiern. Immer wieder stockte der Zug, um ausgelassenen Besuchern ein Tänzchen zu ermöglichen. Kronau feiert seit fast einem halben Jahrhundert Straßenfastnacht und zieht immer wieder Zig-Tausende Besucher an. Und auch wenn rund um den Narrenwurm die Jugenschutzgruppe des Landratsamtes, das Ordnungsamt und die Polizei ganz besonders auf den Jugendschutz achtete, gab es Viele, die am Abend einem unbekanntem Verfasser zustimmten: „Ich hab so einen Durst, dass ich vor Hunger ganz müde bin“.

Unzählige Zuschauer, ob jung oder alt, entlang der Umzugsstrecke

Besucherrekord beim Fastnachtsauftakt

Bei der Prunksitzung in Kronau wurde viel getanzt

Ein großartiges Szenario bildete der Einmarsch des Kronauer Prinzenpaares „Elena I. vum Elektrisch Licht“ und „Christian I vum klingende Blech“ mit den Fanfarenzügen aus Bruchsal und Mühlhausen, bei denen die Tollitäten mitspielen.

Das Prinzenpaar „Elena I. vum Elektrisch Licht“ und „Christian I vum klingende Blech“

Im Auditorium befanden sich viele junge Leute, auch weil das Programm der Prunksitzung größtenteils von der neuen Generation mitgestaltet wurde. Sitzungspräsident Michael Heinzmann präsentierte Bürgermeister Frank Burkard, etlichen Größen der Narrenhochburgen im Umland und Hunderten Besuchern ein Programm, das zwar von Ballett und Garden dominiert wurde, die jedoch mit ein Grund für den überwältigenden Besuch waren. Die Tanze der Eleven in der Bambi- und Minigarde zielten aufs Gemüt der Mamis und Omis, während die etwas älteren Balletteusen der Prinzen- und die Mobärgarde schon den sportlichen und anmutigen Aspekt verdeutlichten. Die Ralligarde, das Hofballett und das Tanzmariechen lösten tosenden Beifall aus. Nicht nur durch exakte Märsche, sondern vor allern durch die Schautänze wie „Tarzan und Jane“ und „Cinderella“, bei denen Akrobatik und Grazie in perfekten Choreografien vereinigt wurden.

Auch die Büttenreden wurden von der nachdrängenden Jugend gestaltet. Anne Hillenbrand sprach von ihrem Alltag als „Krankenschwester und von Dolmetschern, die das medizinische Personal brauche. Sie sei die Übersetzerin für „Krunämärisch“ und Umgebungsdialekte. Teenie Lara Panzer schaute sich mit 13 Jahren schon mal unter den Boys um und kam zum Schluss: „Sie bleibe Single“ – zumindest vorerst.

Moderator Michael Heinzmann versuchte sich als Tanz-Eleve, zunächst mit klassischem Ballett, dann mit der Modeme wie dem Moonwalker, bis zu heftigen Rückenschmerzen. Das Erlernte demonstrierte er dennoch gekonnt und gefällig mit Tanzmariechen Larissa Heißler.

Auf den Brettern stand auch die „1. Mühlhausener Blechmusik“.

1. Mühlhausener Blechmusik

Aus alten Zeiten, doch immer modern, ist die Hitparade. Acht Damen der Garde-Abteilung traten als „DJ Ötzi“ und Backround Chor vom „Anton aus Tirol“ über „Ein Stern“, bis „Hey Baby“. Die Formation „KlubbbS“ wurde von Martina Reichert, Anja Mächtel imd Selina Walter mit authentischem Gesang persifliert. Was auf die Ohren gab’s durch die lautstarken Stücke der „Guggemusik „Bärämadd’l“. Authentisch wirkte Heiko Maier, der „Wissedälä“ mit der schnodderigen Klappe, der die Begebenheiten in und aus Omas Küche verballhomte. Die Grazie der Gardemädchen erreichte das Männerballett natürlich nicht aber 24, 1,7 Tonnen schwere Kerle traktierten die filigrane Bühne, die eine weitere Belastungsprobe ächzend aber unbeschadet überstand. Sie wurden Teil des grandiosen farbenfrohen Bühnenbildes, mit dem die gelungene Faschings-Ouvertüre ausklang.